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Madeira

Motorradtouren auf Madeira

Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.

Touren aus dem M&R-Tourenportal

Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Madeira - Auf ins Paradies

Madeira - Auf ins Paradies

Madeira im Hochsommer? „Leute, da verglüht ihr doch in euren Motorradklamotten.” Diese Meinung gehört ins Reich unnötiger Vorurteile. Das Klima auf Madeira lässt sich schnell auf den Punkt bringen: Im Sommer ist es tagsüber etwa 25 °C…

Madeira - Garten Eden im Atlantik

Madeira - Garten Eden im Atlantik

Wer dem langen mitteleuropäischem Winter entgehen möchte, der ist auf Madeira garantiert richtig. Denn auch in der “dunklen” Jahreszeit präsentiert sich die Insel mitten im Atlantik als ein im­mer blühendes Kur­ven­para­dies, wo man rund…

Madeira - Pico Ruivo

Madeira - Pico Ruivo

Madeira auf zwei Rädern: Kurven, Küstenstraßen, Pico Ruivo und der berühmte Skywalk am Cabo Girão – ein Motorradabenteuer im Atlantik.

Westcoast Madeira

Westcoast Madeira

Spektakulär brechen die Sonnenstrahlen am Morgen durch die Wolkendecke und zaubern ein unheimlich schönes Licht. Wie Spotlights im Theater beleuchten zahlreiche Lichtfinger einzelne Szenen auf dem Meer und den vorgelagerten Inseln…

Geliebte Achterbahn  im Atlantik - Madeira

Geliebte Achterbahn im Atlantik - Madeira

Für die einen ist sie die Wanderinsel schlechthin, die anderen nennen sie Blumeninsel. Für nicht wenige Motorradfahrer werden dort – selbst beim wiederholten Besuch – Träume wahr, manchen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zum Trotz…

Motorradparadies Madeira

Motorradparadies Madeira

Wem der mitteleuropäische Winter dann doch immer wieder zu lange dauert, der sollte sich am besten gleich auf den Weg nach Madeira machen.

Alle 6 Madeira-Touren mit Karte und GPX-Track im Tourenportal von Motorrad & Reisen.Motorradtouren auf Madeira mit GPX-Tracks

Alte ER-Küstenstraße oder neue Schnellstraße: die Wahl bei jeder Etappe

Auf Madeira liegt für fast jede Verbindung eine doppelte Streckenführung bereit, und die Entscheidung dazwischen prägt den Tag mehr als das Ziel. Ein Blick auf die Straßennummer verrät meist schon, was einen erwartet. Ein VR vor der Zahl steht für Via Rápida, die schnelle Südachse VR1; ein VE für Via Expresso, die neueren Schnellstraßen, die den Berg in langen Tunneln durchstoßen. Beide sind auf Transit gebaut: mautfrei, zügig, aber landschaftlich stumm. Das ER der Estradas Regionais markiert dagegen das alte Netz — die in den Fels gehauenen Küsten- und Bergstraßen, die sich außen an den Hängen entlangwinden.

Motorräder auf einer schmalen Straße hoch über dem Atlantik
Schmale Straße hoch über dem Atlantik

Für den Fahrspaß zählt fast nur die alte Variante. Sie ist eng, oft einspurig, führt durch unbeleuchtete, tropfende Felstunnel und verlangt ständigen Blick für Gegenverkehr — dafür gibt es Kurven, Aussicht und seit dem Tunnelbau kaum noch Durchgangsverkehr. Die Schnellstraße nimmt einem diese Arbeit ab, aber auch das Erlebnis: Wer nur der VR1 folgt, sieht von Madeira wenig.

Sinnvoll ist, beide bewusst zu trennen statt zu vermischen. Die schnellen Achsen taugen als reine Verbindungsstücke — um zwischen zwei Tälern umzusetzen, verlorene Zeit aufzuholen oder bei einbrechendem Wetter zügig zurück an die Küste zu kommen. Für die eigentliche Strecke biegt man gezielt auf die alte ER ab. Ein gutes Beispiel ist das Cabo Girão westlich von Funchal: Die VR1 rauscht unten in Tunneln an Câmara de Lobos vorbei, während die Auffahrt zum Aussichtspunkt über der Steilklippe nur über die alte Höhenstraße erreichbar ist. Man muss den schnellen Weg also aktiv verlassen, um das Highlight überhaupt zu sehen.

Wann die Schnellstraße die bessere Wahl ist

  • wenn das Wetter oben zumacht und man rasch unter die Wolke zurück an die Küste will
  • in der Dämmerung oder Dunkelheit, weil die alten Klippenstraßen unbeleuchtet sind und dort Steinschlag drohen kann
  • zum reinen Umsetzen zwischen zwei Revieren, wenn die Zeit für den kurvigen Umweg fehlt
  • bei Regen, wenn die moosigen Nordabschnitte und feuchten Felstunnel zu rutschig werden

Serpentinen und Höhenwechsel: vom Meer auf 1.800 Meter

Kaum ein Revier packt so viel Höhenunterschied auf so wenig Fläche. Von der Küste auf über tausend Meter und wieder hinunter ist eine Sache von Kilometern, nicht von Stunden — und das fordert Mensch und Maschine anders als eine flache Landstraßen-Etappe. Die typische Madeira-Kurve ist eng, häufig blind und oft mit Gegenverkehr auf schmaler Spur; wer aus dem Flachland kommt, stellt schnell auf niedriges Tempo, saubere Linie und Übersicht um. Ein handliches, gut beherrschbares Motorrad hat es hier leichter als ein schwerer Tourer, der in den engen Kehren und Ortsdurchfahrten viel Kraft im Langsamen verlangt.

Bremse und Motor auf den langen Abfahrten

Die eigentliche Belastung sind die Abfahrten. Wer vom Pico do Arieiro, aus dem Hochland des Paul da Serra oder vom Encumeada-Pass zur Küste zurückrollt, verliert am Stück über tausend Höhenmeter. Wer dabei nur die Bremse schleifen lässt, überhitzt sie — auf Dauer lässt die Wirkung nach. Besser ist, früh einen Gang zurückzuschalten und die Motorbremse arbeiten zu lassen, die Betriebsbremse nur punktuell und kräftig einzusetzen und ihr zwischendurch Zeit zum Abkühlen zu geben. Dazu kommt der Temperatursturz: Oben am Kamm herrschen auch im Sommer einstellige Grade und scharfer Wind, unten an der Küste bleibt es mild. Ein wärmender Zwischenlayer und winddichte Handschuhe gehören auf jede Bergetappe, sonst werden die Hände auf der Abfahrt klamm — und klamme Hände bremsen und schalten schlechter.

Nebel und Wolken in der Bergmitte

Rund um Encumeada und über der Hochebene Paul da Serra hängt oft eine geschlossene Wolke, während die Küste in der Sonne liegt. Die Sicht kann binnen Minuten von frei auf wenige Meter fallen. Sinnvoll ist dann: Tempo deutlich heraus, dem hellen Fahrbahnrand als Orientierung folgen statt der Mittellinie, Abblendlicht statt Fernlicht — das blendet in der Wolke zurück — und auffällige, helle Kleidung, damit Entgegenkommende einen früh sehen. Weil die Wolke meist als Band in einer bestimmten Höhe liegt, hilft der einfachste Ausweg oft am besten: ein paar hundert Meter abfahren, dann ist man in der Regel wieder darunter und hat freie Sicht. Morgens ist die Chance auf klare Luft am größten, im Tagesverlauf schieben sich die Wolken meist stärker über den Kamm.

Eigenes Motorrad verschiffen oder vor Ort mieten

Der Planungspunkt steht vor der ersten Kurve: Kommt das eigene Bike mit oder leiht man vor Ort? Eine regelmäßige Autofähre vom europäischen Festland gibt es nicht — Madeira liegt gut 800 Kilometer draußen im Atlantik. Wer die eigene Maschine mitnehmen will, muss sie als Fracht verschiffen, was Vorlauf, Aufwand und Kosten bedeutet und sich fast nur für sehr lange Reisen rechnet. Für die allermeisten ist deshalb die Mietmaschine der praktikable Weg, und Madeira ist eine ausgesprochene Mietmotorrad-Insel.

Die Vermieter sitzen überwiegend im Raum Funchal. Ihre Maschinen sind auf die Insel eingestellt — Reifen, Übersetzung und Wartung passen zu Steigung und Kurvenrhythmus —, und der Verleiher kennt die Strecken und die aktuelle Sperrungslage aus erster Hand. Das Angebot ist allerdings begrenzt und in der Hauptsaison schnell vergriffen, deshalb gehört die Maschine früh reserviert, zusammen mit den Flügen. Nötig sind der passende Motorrad-Führerschein und in der Regel eine Kaution; die Versicherungsbedingungen und die Selbstbeteiligung klärt man am besten vor der Übernahme. Wer eigenes, gut sitzendes Schutzzeug mitbringt, fährt auf den langen Kurventagen entspannter als mit Leihausrüstung.

Fünf fertige Tagesrunden für eine Woche auf Madeira

Madeira ist klein, aber zeitintensiv: Wegen der vielen Kurven, Steigungen und Tunnel braucht man für kurze Distanzen erstaunlich lange. Die folgenden fünf Tagesrunden sind so geschnitten, dass sie entspannt an einem Tag fahrbar sind und Zeit für Stopps lassen. Die Kilometer- und Zeitangaben sind Richtwerte; rechne grundsätzlich mehr Fahrzeit ein, als die Distanz vermuten lässt.
Runde 1: Der Westen — Funchal, Cabo Girão, Ribeira Brava, Porto Moniz:

Strecke: Funchal – Câmara de Lobos – Cabo Girão – Ribeira Brava – Ponta do Sol – Calheta – Porto Moniz und zurück. Etwa 130 bis 150 km, gut ein voller Tag.

Vom Cabo Girão über die Südwestküste in den Inselwesten, mit Abstecher zum Wasserfall Cascata dos Anjos bei Ponta do Sol (heute nur noch zu Fuß erreichbar), und zur nordwestlichen Spitze nach Porto Moniz mit seinen Lavabecken. Einkehr: Fischrestaurants in Câmara de Lobos oder direkt an den Becken in Porto Moniz. Highlight: der Skywalk am Cabo Girão und die Lavabecken.

Runde 2: Der Norden — Seixal, São Vicente, Santana:

Strecke: Porto Moniz oder São Vicente – Seixal – São Vicente – Boaventura – Santana und über das Hochland zurück. Etwa 90 bis 120 km, ein gemächlicher Tag.

Die wilde Nordküste mit dem schwarzen Strand von Seixal, dem hübschen Ort São Vicente und den Strohdachhäusern von Santana. Die Strecke ist landschaftlich spektakulär, aber tunnelreich und oft feucht. Einkehr: Cafés in São Vicente oder Santana. Highlight: die Casas de Colmo in Santana und die grünen Steilwände über Seixal.

Runde 3: Das Hochland — Encumeada und Paul da Serra:

Strecke: Ribeira Brava – Serra de Água – Boca da Encumeada – über das Hochland Paul da Serra – Abfahrt Richtung Westküste oder zurück. Etwa 80 bis 110 km, fahrtechnisch der anspruchsvollste Tag.

Vom Süden über die Passhöhe Boca da Encumeada (rund 1007 Meter) hinauf auf die karge, oft wolkenverhangene Hochebene Paul da Serra. Hier oben trennt sich das Wetter sichtbar in den feuchten Norden und den trockenen Süden. Einkehr: einfaches Restaurant am Encumeada-Pass. Highlight: der Rundblick auf beide Küsten vom Pass aus, sofern die Wolken mitspielen. Bei Nebel besonders vorsichtig fahren.

Runde 4: Der Osten — Machico und Ponta de São Lourenço:

Strecke: Funchal – Caniço – Santa Cruz – Machico – Caniçal – Ponta de São Lourenço und zurück. Etwa 70 bis 90 km, ein halber bis ganzer Tag.

Der trockene, kahle Osten mit dem historischen Machico, dem Hafenort Caniçal und der windigen Naturschutz-Halbinsel Ponta de São Lourenço, die wie eine Mondlandschaft wirkt. Einkehr: Fischlokale in Caniçal oder Machico. Highlight: der Kontrast vom grünen Inselinneren zur kargen Ostspitze.

Runde 5: Die Berge — Pico do Arieiro und Monte:

Strecke: Funchal – Monte – Poiso – Pico do Arieiro und zurück über Monte. Etwa 50 bis 70 km, aber wegen Höhenmetern und Wetter ein ganzer Vormittag oder Tag.

Die kürzeste, aber eindrucksvollste Runde: von Funchal über Monte und den Pass von Poiso hinauf zum Pico do Arieiro auf 1818 Metern, dem höchsten mit dem Motorrad erreichbaren Punkt der Insel. Früh starten lohnt sich, denn vormittags ist die Sicht über dem Wolkenmeer oft am klarsten. Einkehr: kleines Lokal am Gipfelparkplatz, sonst zurück in Monte. Highlight: der Blick über das Bergmassiv und, mit Glück, das Wolkenmeer unter dem Gipfel. Warme Kleidung nicht vergessen.

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