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Madeira

Natur auf Madeira

Wald, Wasser und Tierwelt — was sich gerade verändert und wo man es sieht.

Kultur & Sagen

Sagen um Machico, die Levadas & den Feenwald von Fanal

Eine Insel, die jahrhundertelang nur über das Meer erreichbar war, sammelt ihre eigenen Geschichten. Manche sind historisch belegbar, viele leben vom Erzählen. Was folgt, gehört zur zweiten Sorte.

Die Liebenden von Machico

Die bekannteste Legende der Insel rankt sich um den Ort Machico im Osten. Der Sage nach sollen der englische Edelmann Robert Machim und seine Geliebte Anne d'Arfet aus England geflohen sein, weil ihre Liebe verboten war. Ein Sturm habe ihr Schiff auf die damals noch unbewohnte Insel verschlagen, wo beide kurz nacheinander gestorben seien. Als die portugiesischen Entdecker später anlandeten, sollen sie ein hölzernes Kreuz mit einer Inschrift gefunden haben, die an die beiden erinnerte. Der Sage nach gab dieser Machim dem Ort Machico seinen Namen. Ob es Machim wirklich gab, ist historisch nicht belegt; die Erzählung gehört zu den romantisierten Gründungsgeschichten der Insel, die schon die ersten Siedler weitererzählten.

Geister und Stimmen der Levadas

Die Levadas, die jahrhundertealten Wasserkanäle, die das Regenwasser aus dem feuchten Norden in den trockenen Süden leiten, durchziehen die einsamsten Winkel der Insel. Der Sage nach geistern in den abgelegenen Schluchten und Lorbeerwäldern, durch die das Wasser rauscht, die Seelen jener, die beim Bau dieser waghalsigen Kanäle in den senkrechten Felswänden ums Leben kamen. Wer im Nebel allein an einer Levada steht und nur das Wasser und den Wind hört, kann nachfühlen, woher solche Geschichten kommen.

Der nebelverhangene Berg

Um die hohen Gipfel im Inselinneren, die so oft in Wolken liegen, ranken sich der Sage nach Erzählungen von Berggeistern und verwunschenen Plätzen. Der Fanal mit seinen knorrigen, moosbehangenen Lorbeerbäumen trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Feenwald“: Im Nebel verschwimmen die Bäume zu Schemen, und der Wald wirkt, als gehöre er einer anderen Zeit an.

Sehenswert

Lorbeerwald, Levadas & Naturstopps am Paul da Serra

Madeira ist im Kern ein einziges großes Naturschauspiel, und vieles davon liegt direkt am Straßenrand. Die folgenden Stopps lassen sich fast überall unterwegs einlegen und brauchen keinen großen Umweg.

Der Lorbeerwald Laurissilva

Der Laurissilva, der subtropische Lorbeerwald Madeiras, wurde 1999 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Er gilt als das größte zusammenhängende und am besten erhaltene Lorbeerwaldgebiet der Erde, ein Relikt aus einer Zeit, als solche Wälder weite Teile Südeuropas und Nordafrikas bedeckten. Heute nimmt er rund 15.000 Hektar ein, etwa ein Fünftel der Inselfläche, vor allem in den feuchten Höhenlagen des Nordens. Wer durch die nördlichen und zentralen Bergregionen fährt, bewegt sich mitten durch dieses Welterbe.

Levadas und Hochebene Paul da Serra

Die Levadas folgen den Höhenlinien quer durch den Wald, gemauert und betoniert in oft senkrechtes Gelände gesetzt. Entlang vieler von ihnen verlaufen schmale Wartungspfade, die heute als Wanderwege dienen – ideal für eine Beinstreckung zwischen zwei Fahretappen. Die karge Hochebene Paul da Serra auf rund 1500 Metern bildet den Übergang zum geschützten Fanal-Gebiet, das in einem alten Vulkankrater liegt. Hier oben ist es weit, windig und oft wolkenverhangen, ein starker Kontrast zur grünen Steilküste.

Gärten und Pausenplätze

Das milde, subtropische Klima hat Madeira den Beinamen „Blumeninsel" eingebracht. Rund um Funchal und Monte gedeihen üppige subtropische Gärten mit Pflanzen aus aller Welt. Aussichtspunkte (Miradouros) mit Parkmöglichkeit gibt es entlang fast jeder Bergstraße, sie eignen sich gut für eine kurze Pause mit Aussicht.

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